Ergänzung - Kosmetik...
So, jetzt wieder mal (auch wenns ne Weile her ist):
körper-und-umweltverträgliche-Kosmetik-zum-Selbermachen - und-das-möglichst-mit-Zutaten, -die-mensch-in-der-Natur-findet- und-sich-dadurch-von-mehr-oder-weniger-zweifelhaften-Konzernen-unabhängiger-machen-kann Part II
Nachdem sich Anfang dieses Jahres mein Interesse an dem Thema entwickelte, um nach so einigen Experimenten zum vorhergehenden Beitrag zu führen, sind noch ein paar Sachen dazugekommen.
Zum einen habe ich mich in die entsprechenden hobbythek-Bücher reingelesen,
wo so einiges rauzufinden war - auch zum grundsätzlichen Verständnis, wie was an Wirkstoffen "funktioniert" - wobei ich allerdings finde, daß die Neuherausgabe des "Cremes und sanfte Seifen" Buches viel konsumorientierter ist als zb das die "Dekorative Kosmetik" aus den 80ern. Das original "Cremes und sanfte Seifen" habe ich mir gerade über ebay organisiert, kann ich also noch nicht viel zu sagen, kommt aber bei Bedarf noch. Problematisch bleibt der Aspekt der Abhängigkeit von Herstellern und manches "technisierte Denken", wobei ich grundsätzlich nichts gegen technsche Lösungen habe, wenn sie eindeutige Vorteile bringen - ich mein', das Gewinnen von Tensiden aus Zuckerrüben gehört meiner Meinung zb. durchaus dazu. Auch mische ich mir das Xanthan mit in mein Shampoo, auf das ich noch zurückkommen werde. Xanthan ist eine Art Stärke, die mithilfe von Bakterienkulturen gewonnen wird und als Verdickungsmittel auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird.
Zum anderen bin ich kreuz und quer durchs Internet (soweit möglich, hab momentan nämlich keinen eigenen Anschluß) gesurft und werde auch die Links mit angeben, wo ich was herhab, dann kann da bei Interesse weitergelesen werden.
Zum dritten geb ich konkrete Rezepte auch wieder nur durch, die ich auch selbst ausprobiert habe und die funktioklappern ;)
Also das Shampoo:
(ich verwende es seit ca. zwei Monaten - mit dem Ergebnis, daß ich wirklich nur noch einmal in der Woche Haarewaschen muß - un das bei eigentlich starkfettenden Haare)
Mensch nehme zwei Tassen.
In eine kommt ein Eigelb und ein ganzes Ei in die andere das verbleibende Eiweiß. Dann verquirle ich Tasse No. 1 und gebe danach zwei bis drei TL von der Masse noch in Tasse zwei rüber, sodaß in Tasse zwei etwas aber nich allzuviel weniger ist als in Tasse eins.
Dann können ätherische Öle dazugegeben werden (ich benutze z Zt. Lavendel, Citronell, Orange und Teebaum).
Als nächstes kommt in jede dieser Tassen ein guter Teelöffel Honig dazu und wird gut verquirlt. Es muß eine glatte Masse bei rauskommen, sonst wirds gleich schwierig.
Zuletzt rühr ich nämlich noch pro Tasse drei Esslöffel Honig unter und wenn vorher nicht ordentlich gerührt wurde, gerinnt das Ei!
Dann kommen noch anderhaltb Teelöffel Xanthan rein, die müssen aber nicht sein, sie verhindern nur, daß die Soße zu sehr den Kopp runter und in die Augen läuft.
Tasse eins wird auf den trockenen Kopp aufgetragen und vor allem in die Ansätze massiert (die Spitzen kriegen von selbst wat ab und zuviel wollen die sowieso nicht), dann kommt ein Handtuch drum und ich lasse das ganze zwanzig Minuten bis eine halbe Stunde einwirken. Tasse zwei danach nochmal für fünfzehn Minuten.
Danach gut ausspülen und als letzte Spülung drei Esslöffel Apfelessig in ein Liter möglichst kaltes Wasser drübergießen und nicht mehr ausspülen.
Fertig.
Ich weiß, daß das ein ziemlicher Aufwand ist, aber zumindest bei mir kommt das total wett, wenn ich mir überlege, daß ich bevor ich überhaupt mit Eiern angefangen habe (siehe Posting eins), mir jeden zweiten Tag waschen mußte und Kuren ohne Ende und trotzdem spröde kaputte Spitzen. Lohnt sich wirklich! - und ich weiß was drin ist und und keine 35%igen Tensidrückstände auf ewig in der Natur (wie bei 08/15-Shampoos ...
siehe auch: http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/wsu-haush/kap_0418.htm
Sehr empfehlenswert, sich das mal durchzulesen, auch der generelle Überblick mit Experimentieranleitungen der chemischen Fakultät ist nicht von schlechten Eltern: http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/haus/tenside.htm
Quelle: http://www.xxl-haar.de/
Oki, ich muß Schluß machen (Internetcafé = TEUER),
aber auf die Schnelle noch (ist aber ein Allerweltsrezept):
ich bin dabei, die verschiedensten relevanten Kräuter in Öl einzulegen, das Johanneskraut ist schon durch. Davon hab ich etwas erwärmt und mit Bienenwachs versetzt (davon wird es fest). Ist ne tolle Salbe geworden und ich könnte mir vorstellen, daß es auch eine gute Fettphase für Cremes gibt...
Soweit erstmal - Felis
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