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Ist sie schön, schlank, schwenkt sie ihre Brüste, die selbstverständlich straff und makellos sind, im Mondlicht umher, betonend, daß sie mit dem christlichen Vatergott auch die Prüderie abgelegt hat?
Ist sie gut, eine "weiße Hexe", ein blonder Engel, der die Engelsflügel vertauscht hat mit dem Zauberstab? Claudia Schiffer im Gewand der Naturverehrerin? Zarte Seide umspielt ihre wohlgeformten Hüften, in ihrer Kristallkugel spiegeln sich ihre klaren Augen mit den verführerisch langen Wimpern?
Ihr seht schon, worauf ich hinaus will: Die geharnischte Emanze kritisiert mal wieder das Frauenbild, das sich auch bei den Eso-fritzen hartnäckig hält.
Frauenspiritualität heißt: Ja, wir sind fett, alt, häßlich, mager, unsere Haare sind dicht auf den Beinen, unser Haar ist ratzekurz oder wallend lang oder verfilzt wie Stroh, wir sind schön, elfengleich und säuisch, häßlich und wild wie ein Schwein. Wir sind freizügig, aber unverkäuflich, und unsere Feste sind für die geifernde "Kundschaft" geschlossen.
Es kommt nicht drauf an, ob du schön bist im landläufigen Sinn, sondern ob für dich "Schönheit" ein Kriterium ist. Um diese Unterteilung zu brechen, die die Fleischbeschauer für uns eingeführt haben, fingen wir eines Tages an, bewußt den entgegengesetzten Weg zu gehen:
Auch bei mir lief das ungefähr so. Im normalen Alltag stets auf der Höhe der Zeit, immer bereit, die Spaltung zwischen Männern und Frauen zu bekämpfen, bleib die Spiritualität für mich ein persönliches Gebiet, daß dem "Weiblichkeit abfeiern" dient, ohne Kampf, wo ich männliche Identifikationen aussperrte, wo für mich ein Ort der Kraft und des Ganzwerdens entstand.
Wo ich ICH sage, egoistisch bin, wo ich rigoros bin und weiblich, und das Wichtigste ist, was "weiblich" ist, bestimme ich allein.
Frauenspiritualität ist für mich eine Spielwiese, wo keine Essenz geschlechtslos über mir schwebt, sondern wo die Kraft einen Namen hat: FRAU, Göttin oder whatsoever.
"Lerne zunächst: Die Sonne ist nicht männlich." (die Schwarze Dame)
In diesem Satz steckt die ganze Essenz.
Frauenspiri heißt: Verbinde dich mit dem Universum. Aber wer soll sich verbinden? Ich? Wer bin denn ich? Und dann erkennst du, daß du erschaffen bist aus Bildern, die wie ein Käfig um dich gewunden sind. Den Käfig sprengen heißt, daß du das, was du bist, was dich als Frau ausmacht, selber bestimmst. Ich bin die Sonne, ich bin der Speer, ich bin die Amazone, die Sau, ich bin die Elfe, ich bin was immer ich brauche um ganz zu sein, heil zu sein, heilig.
In der Spirizone - und das ist das Schöne, muß ich das keinem beweisen. Was ich sage, ist so. Was du sagst, ist so. Keine von uns kann der anderen ein Dogma vorgeben.
Können wir die Welt denn in solche Analogien einteilen, wie wir sie von unzähligen Hexengruppen kennen, oder wie wir sie aus der CSU kennen, die da heißen: Männlich=aktiv, Feuer, aggressiv und Weiblich=passiv, Wasser, hingebungsvoll? Ha!
Ich sage: Nein! Und es ist ein alter Hut in feministischen Kreisen, daß da, wo "Objektivität" draufsteht, männerzentrierte Subjektivität drin ist. Auch deshalb setze ich mich hier ein für die Subjektivität: Die Sonne ist weiblich, das ist subjektiv. Die Sonne sei männlich ist subjektiv, aber getarnt als objektiv wahre Tatsache.
Frauen - Spiri ist also diffus und undogmatisch und subjektiv bis zum geht nicht mehr.
Und das finde ich gut!
Die oberste Regel lautet: Laß dir nix erzählen, finde selber heraus, was dir paßt. (Oder: Tu was du willst..;)»Startseite
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