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»Berliner Weiberlabyrinth

Frauen - Labyrinthe


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  • In den letzten Wochen fragte ich mich öfters, wie es nur an mir vorbeigehen konnte, daß Frauen hier im Lande so einige Labyrinthplätze gebaut und gestaltet haben, daß sie das Land wieder mit Frauenorten segnen und daß wir nicht nur nach alten Kultplätzen suchen müssen, sondern daß inzwischen solche Orte wieder erschaffen werden!

    Zur Bedeutung von Labyrinthen als Initationsweg habe ich »Hier etwas geschrieben.

    L.Hahn vom »FGZ Nürnberg* schreibt zu den heutigen Frauenlabyrinthplätzen:

    "Das Labyrinth ist eines der ältesten Bildsymbole und Kulturgüter der Menschheit. Es ist ein Sinnbild der Suche nach dem richtigen Weg. Ursprünglich ist das Labyrinth kein Irrgarten; der Weg ins Labyrinth führt - zwar auf Umwegen - zum Mittelpunkt und wieder zurück. Es wurde bereits in frühgeschichtlichen Kulturen gebraucht und hat sich weltweit verbreitet."

    "In vielen Städten gibt es - von Frauen initierte und von Frauen geprägte - Labyrinthplätze, wie z.B. in Ingolstadt. Das erste, in diesem Sinne verstandene Labyrinth entstand in Zürich. Auch bei den Landes- und Bundesgartenschauen sind Labyrinthe zum festen Bestandteil geworden. Das Labyrinth kann als Lebenszeichen einer Stadt betrachtet werden. Es ist ein Symbol für das ökologische Bewußtsein und fördert das dynamische Lebensprinzip. Im Labyrinth kommen Menschen mit sich selbst in Kontakt und das Labyrinth ist daher ein bewußtseinsbildendes Projekt. Das Labyrinth fördert und verlangt die öffentliche Auseinandersetzung. Es trägt zu mehr Kommunikation und Begegnung bei."

    Labyrinthe sind aufwendige Projekte, sie erfordern einen Ort, den sich Frauen erst einmal im öffentlichen Raum schaffen müssen. Sie erfordern Kraft, eine alleine würde es schwer haben, einen Labyrinthplatz auf einem öffentlichen Raum zu bauen. Damit die Labyrinthe wirlich das Herz einer Stadt/einer Siedlung sein kann, müssen Frauen den Schritt in die Öffentlichkeit tun, mit ihren Ideen, mit ihrer gemeinsamen Kraft.
    Und so ist es auch gekommen: weniger aus der Ecke der Esoterikerinnen, die sich im Schrank verstecken, sondern von Frauen, die sich erst einmal in Frauenzentren ihre Räume geschaffen hatten, Frauenräume, kam die Kraft, diese Labyrinthe zu bauen und den Traum Realität werden lassen.

    Nürnberg
    Bild: Nürnberger Labyrinth.»FGZ Nürnberg*

    Beim Labyrinthplatz Framersheim bei Alzey entstand das Labyrinth als ein Landschaftskunstprojekt der Künstlerin Rita Breuder, was aber von Anfang an mit dem Alzeyer Frauenzentrum zusammenhing, wo die Frauen heute Veranstaltungen und Feste feiern, wo die Kunst nicht Anschauungsobjekt ist sondern Erfahrungsraum für Spiritualität von Frauen. (»Labyrinth Framersheim*)
    Darüber hinaus dient dieses Labyrinth als ein Zeichen für die Erde, für die Natur vor ihrer Ausbeutung durch Industrie und Wirtschaft, als ein Ort, der vielleicht heilend auf die Menschen wirken kann, damit sie der Natur etwas zurückgeben, oder einen anderen Zugang zu ihr finden.
    Die Labyrinthplätze sind auch magisch und politisch, denn sie manifestieren Frauenspiritualität (natürlich können alle Menschen sie besuchen - aber es sind nun einmal meist Frauen, die sie schaffen und prägen) im realen Raum. Sie überwinden die Vereinzelung von Frauenkultur, offenbaren eine gemeinsame Idee, die sich an vielen Orten weltweit zeigt. Allein das Wissen, daß sie existieren, und daß Frauen sie geschaffen haben, ist eine Quelle der Bekräftigung für mich und hoffentlich viele andere wilden Weiber.

    Die Nürnbergerinnen schreiben über ihr Labyrinth:
    "Ein Gang ins Labyrinth hat sich bei der Lösung von Problemen, bei Wendezeiten/Übergängen im Leben, bei Jahreskreisfesten, bei Bewegungsmeditationen und Tänzen bewährt. Frauen suchen und finden den eigenen Weg zur Mitte" (»FGZ Nürnberg*)

    Und so ist es auch: Das Labyrinth ist kein Irrgarten, sondern eine lange Reise ins Innere. Wenn wir uns vorstellen, daß alleine in Framersheim auf einer relativ überschaubaren Fläche der Weg innerhalb der Steine eine Länge von 1,2 km aufweist, kann hex erkennen, wie lange der Weg nach innen und außen sein kann, obwohl er so kurz erscheint, so einfach.

    Frauenlabyrinth
    Bild: »Labyrinth-project-international (Schweizer Labyrinthseite)*

    Vielleicht schaut ihr auf den Seiten, die ich bisher über Frauenlabyrinthe gefunden habe, nach, ob eines davon bei Euch in der Nähe liegt, vielleicht finden sich ja auch Frauen zusammen, die ein neues Labyrinth bauen möchten?


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    Ideen für Labyrinthe

    Die einfachste Sache, und die naheliegendste, wenn du an einem Labyrinth bist, ist, es zu durchwandern. Geh also langsam rein, bis in die Mitte, bleib dort, solange du möchtest, und dann geh ohne anzuhalten wieder zum Ausgang. Das kannst du in Form einer Meditation machen, du wirst sehen, selbst bei kleinen Labyrinthen dauert es eine Weile, bis du in der Mitte ankommst.


    Ein Weg nach innen und wieder hinaus
    Du hast einen langen Weg hinter dir, und bist immer noch an ein und demselben Ort, hast dich die ganze Zeit um dich selbst gedreht. Unmerklich bist du aber woanders hingekommen, als du vorher warst. Du bist nicht nur im Kreis gelaufen, sondern hast dich eingedreht, und nun gibt es keinen Weg mehr. An einem Punkt kommst du zur Ruhe, am Mittelpunkt. Vorher hast du Kreise nachgezogen, jetzt kreist alles um dich. Der Mittelpunkt eines Labyrinths ist ein wenig wie das Auge eines Hurricans.
    Hier könntest du für immer bleiben. Du würdest versteinern. Du bist in diesem Moment erstarrt, tot. Die Welt bewegt sich, und du bist stehengeblieben. Eine seltsame Distanz ist entstanden. Der Schritt nach außen ist nicht immer so leicht, aber mit jedem Schritt kommst du der Bewegung wieder näher, wirst vielleicht ein wenig schneller, und dann stehst du wieder vor dem Eingang, und vielleicht brauchst du einen Moment, um dich wieder daran zu gewöhnen. Einmal auf die Erde plumpsen lassen, den Puls spüren. Du hast dich aus der Bewegungslosigkeit befreit und bist wieder lebendig.. und die Welt ist nicht mehr ganz so, wie sie vorher war.

    andere Möglichkeiten
    Was ich hier beschrieben habe, ist eine ganz persönliche Annäherung gewesen, für jede wird dieser Weg wohl etwas anders sein. In der Mitte begegnest du auch einigen dunklen Seiten in dir selbst - der schwarzen Göttin, Ereshkigal. Was mir zum Beispiel begegnet ist, ist meine Liebe zur Starre. Daß es nicht so leicht ist, wieder zu gehen. Das mag bei einer anderen völlig anders sein. Aber im allgemeinen wird es wohl so sein, daß die Masken abfallen, die wir ansonsten so tragen. Nicht vor jemand anderem, vor uns selber, und das ist am schwierigsten.

    Eure Labyrinth - Erlebnisse
    Diese sind immer etwas sehr persönliches, und ich habe auch nicht grade freimütig dieses Stück geschrieben. Wenn's einer ein Bedürfnis ist, Geschichten von einer eigenen Labyrinth-Reise zu teilen, dann findet ihr hier einen Ort: »Spinster's Corner


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    Labyrinth-Projekte (Links)

    Wenn ihr selbst einen Text zum Thema Labyrinthe beisteuern möchtet, mailt ihn mir bitte.
    Von Distelfliege



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