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Pandea bedeutet "In allem ist die Göttin" (jedenfalls für mich). Es setzt sich zusammen aus der Vorsilbe "pan-" (griechisch: Umfassend, Alles) und "Dea"(lateinisch: Göttin). Das "Pan-" in Pandea bedeutet für mich auch "Pantheismus", eine Auffassung, daß das Göttliche überall "drin steckt" - oder wie Starhawk es ausdrückte, daß die große Göttin in der Welt immanent ist. Die Göttin ist also nicht irgendwo "im Himmel" oder abgehoben. Es gibt keine "Schöpferin hier" und dort "Ihre Schöpfung". Immanent heißt die Welt, die Natur, ist die Göttin. Deswegen hat das auch viel zu tun mit Naturreligion.

Pandea ist keine institutionalisierte Religion und keine Gruppe, sie ist eine "Selfmade-Religion", daher auch unscharf und (etwas) beliebig. Ich kann's dir nicht definieren, genauso schwer wie es sein würde "Hexe" zu definieren. Ich könnte jetzt hergehen und eine klare Definition von Pandea erfinden. Aber ich möchte halt, daß dieses Label, der Name, Allen von uns gehören kann und darf, und daher muß es unscharf bleiben und uns halt auch die Chance geben "Pandea" mit unseren eigenen Spiri-Inhalten zu füllen.
Ich denke, es war auch Ute Schiran, die mal geschrieben hat, es ist zu früh um "Lehren zu verkünden", weil wir erst lernen müssen, Lehren abzulegen, selbstständig zu denken, und es kann nicht sein, daß Menschen, die nur vorgekaute Religion(en) kannten, in ihrem Leben sich die nächste vorkauen lassen. Daher ist es vielleicht besser, einen Namen, einen "Raum-Punkt" an dem man sich treffen kann, zu haben, aber keine Lehre, keinen vorgezeichneten Inhalt, bis auf das, was irgendwo ein latenter Konsens unter uns ist.
Diese Religion oder Spiritualität, für die es keine prägenden Begriffe gab (Ausser "Göttinnenspiritualität, Weg der Göttin, Göttinnenglaube, Frauenspiritualität, "Irgendwie so ähnlich wie Dianic nur ohne Wicca"; etc), wurde z.B. von Heide Göttner-Abendroth (Die tanzende Göttin; Die Göttin und ihr Heros) oder in gewissem Sinne auch Starhawk, Merlin Stone (When God was a Woman), Ute Manan Schiran, und vielen, vielen anderen Autorinnen mit potentiellen Inhalten (Inspirationen) versehen, aus denen die einzelnen Frauen (und Männer) schöpfen können.
Es ist eine undogmatische Religion, und eine, bei der einer nichts vorgeschrieben wird, wie es oben schon anklang:
Nun, zu allererst: DEN Göttinnenglauben gibt es so gar nicht und gleichzeitig gibt es ihn doch. Das besondere im Gegensatz zu den heute bekannteren Glaubensystemen wie Christentum, Judentum, Islam und anderen ist, dass der Göttinnenglaube weder eine Organisation noch ein Buch kennt, das den Glauben regelt. Deshalb gibt es DEN Glauben so nicht, viele unterschiedliche Menschen erarbeiten sich ihren eigenen Glauben, das Ergebnis kann von denen anderer Göttinnengläubiger durchaus abweichen. Es gibt nur zwei Instanzen zum Festlegen von Glaubensfragen: Dich und die Göttin. Das, was Du (oder ich, oder andere) von der Göttin erfährst, hat nicht zwingend Auswirkung auf andere Gläubige. Das zeigt schon: der Göttinnenglaube ist also sehr wohl existent, es ist ein individueller Glaube.
Aus: »Der Göttinnenglaube - was er beinhaltet* von Jana auf »www.diegoettin.de*
Es ist eine Naturreligion:
Die Natur als solche, der ganze Planet, das Leben an sich, dies ist für mich die Göttin. Wenn Du schon einmal das Wachstum einer Pflanze bestaunt hast, Dich über einen Schmetterling freust, einen großen, alten, Baum bewunderst, spürst Du etwas davon, was ich meine. Die Natur ist nicht Schöpfung eines außenstehenden Gottes, die wir beherrschen müssen, sie ist vielmehr das Leben und das Göttliche schlechthin.
Aus: "Ein Versuch, den Göttinnenglauben zu erklären" von Jana auf »www.diegoettin.de*
Diese beiden Zitate unterschreib ich so mal, wer sich näher dafür interessiert, sollte wirklich die Texte ganz lesen. Da ist viel in Kürze zusammengefaßt. Warum jetzt Göttin(nen)? Warum weiblich?
Eigentlich ist das Göttliche nicht weiblich oder männlich, es kann aber viele Gründe geben, warum wir uns das weiblich vorstellen oder weiblich be-nennen. Für mich hat jeder Mensch spirituelle Bedürfnisse und manchmal läßt es sich nicht rational erklären, warum im Inneren ein Ton erklingt, wenn ich "Göttin" höre, wenn ich "Gott" höre aber nicht. Für mich als Pandea-Frau ist es auch so, daß mich die Abwertung des Weiblichen im Christentum nicht gerade angezogen hat, eher abgestoßen, dagegen die Göttin für mich auch persönlich sehr viel Kraft und Selbstwert gibt, das Annehmen der eigenen Weiblichkeit. Es gibt aber auch Männer, die zu den "Göttin-Leuten" gehören, und für die macht das auch Sinn, ihren eigenen Sinn.
Über die Göttin in ihrer Dreigestalt findest du auf dieser Webseite Texte in "Cerridwens Kessel", hier gehts los: »die dreifache Göttin.

Bauch-Gefühl
Menschen
Stimmen
Reisen
Eindrücke
Wie eine Stadt, die einfach mit der Zeit gewachsen ist - so chaotisch und verwinkelt - und wunderschön..
Kessel
Feuer
Kochen..
Transformation
ständige Veränderung
Viele Gesichter hat sie
ein schönes, ein hässliches
ein fröhliches, ein trauriges
voll Liebe, und voll Hass
Geburt und Sterben
Aber die Geburt ist auch ein Sterben,
und das Sterben auch eine Geburt
Die Schlange beißt sich in den Schwanz und dreht sich
tanzt, tanzt
Haare, die im Wind wehen, und tanzen, im Kreis
mit den anderen, den Schwestern
mit den Brüdern
Und so ein waberndes, lebendiges, sich veränderndes Ding, so wie mein Leben ist, wie die Menschheit ist, wie Mutter Erde ist und wie alles ist, so muss wohl auch Pandea sein..
Von Laraduna, januar 2005 - »Original im Wurzelwerk*
..und ich finde es gerade sehr schön, einen Namen dafür zu haben. Ich sag nicht, ich bin "Pandeaistin" - klingt nicht gut. Ich bin Pandea - mein Glauben ist Pandea.. lalala.. Wortjonglieren.. Pandea ist bestimmt keine missionierende Religion und irgendwo "beitreten" kannst du auch nicht. Wenn es für dich stimmt und es dein Weg ist, dann darfst du dich auch so nennen, oder wenn dir "Panthea" besser gefällt.. dann so, da sind wir kreativ. Bei mir ist es eben so, daß ich mich nicht "Hexe" nenne (meist jedenfalls), daß ich auch nicht einfach nur "neuheidnisch" bin oder "Pagan". Ich bin naturreligiös und verehre die Große Göttin, und nebenher rede ich auch mit Naturwesen und erkenne auch andere GöttInnen an, aber hauptsächlich ist es eben die "Urreligion der großen Göttin", wie es Starhawk mal ausdrückte - nur, für Starhawk war "Wicca" die Urreligion der großen Göttin, und ich bin ganz klar nicht Wicca. Und eines Tages fiel mir das einfach so ein, "Pandea". Und dann kam noch "Panthea" dazu, weil es einige lieber mochten, die mir in verschiedenen Internet-Foren, in denen ich die Idee verbreitet habe, geantwortet haben. Sagen wir mal so, Pandea ist für mich die Religion der Großen Göttin, und Starhawk hat das schon gar nicht schlecht beschrieben in "Der Hexenkult" - nur eben ohne Hexencoven, ohne daß man da rein initiiert werden müßte, und ohne daß man jetzt einer Gruppe beitreten müßte, wobei ich schon auch weiß, daß es (vor allem Frauen) Menschen gibt, die zusammen Panthea praktizieren - wie es ihnen gefällt.
Es ist ein Name für etwas, für das es noch keinen griffigen Namen gab. Wenn du lieber "Göttinnenglaube" zu deiner Religion sagst, tust du das natürlich. Wenn dir aber "Pandea" oder "Panthea" als Name gefällt, für das, was du glaubst, dann scheue dich nicht den Namen zu benutzen. Ich möchte ihn nicht für mich allein, ich möchte kein Recht daran haben, er gehört allen, die möchten. Auch wenn du nicht allein an die Göttin glaubst oder auch andere Dinge mischst mit Göttinnenspiritualität, wirst du schon wissen, wie bei den Begriffen "Pagan" oder "Hexe" auch, ob es für dich paßt oder nicht. Es gibt keine vorgeschriebenen Regeln.

Distelfliege, 9. Februar 2005
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