Nachdem ich anfangs vom Schweinegöttinprojekt völlig begeistert war, um anschließend eine tiefe Frustphase zu erleben, weil ich einfach NIX gefunden habe, raffe ich mich nun doch auf und schreibe mal unzusammenhängend meine Gedanken zum Schwein und der Göttin allgemein auf. Ich beziehe mich hier meistens nicht auf Bücher, weil ich immer durch eigene Gedanken, durch Beobachten und Erleben zu Schlüssen gelange.
Als erstes, als ich an Schweine dachte, brachte mir das sofort (Gemüse-)gärten nahe. Das war wahrlich ein Geistesblitz, der mich im ersten Moment verwirrte, denn immerhin soll hier ja eine total schicke Göttin, möglichst mit Namen und ihre Beziehung zum Schwein untersucht werden. Und da komme ich nun daher und schmeiße da diese total bodenständige Idee in die Runde. Aber... so abwegig ist dieser Gedanke gar nicht, und da ich sowieso keine Frau bin, die ihr Wissen gern aus Bücher bezieht (aber nichtsdestotrotz Bücher liebt, wohlgemerkt) und andererseits seit nunmehr 3 Jahren im Garten ackert, habe ich versucht, mehr anzusammeln.
Ich gehe einfach mal davon aus, daß die "Urgöttin" mit Ackerbau zu tun hatte. Das war elementar, die Feldfrüchte sicherten das Überleben und somit habe ich schon eine erste Rechtfertigung für meine freche Idee.
Aber was hat das Schwein mit der ganzen Sache zu tun? Sehr viel, denn Schweine stehen u. a. für Fruchtbarkeit, was sich extrem gut auf Landbau beziehen läßt, desweiteren sind sie einfach mal die besten Pflüge, die die Menschheit je gesehen hat. Wohlig grunzend wühlen sie in der Erde und schaffen es dadurch, sogar extrem harte Böden umzugraben. Störende Kräuter werden verspeist und eine Düngung liefern sie auch gleichzeitig. Was bleibt ist ein perfekter Acker. Heutzutage ist das natürlich eher ein Leidwesen eines jeden Gärtner, wenn diese dreisten Viecher in Form eines Wildschweins nachts die Blumenbeete pflügen *ggg* und die Zwiebeln verspeisen, aber das ist eher auf unsere zivilisierten Ansprüche zurückzuführen. Wir habenīs einfach nicht mehr drauf, diese nette Geste zu würdigen, dabei machen sie uns doch nur darauf aufmerksam, wie eng verflochten wir miteinander sind, und wie sehr auch die Betonung auf dem Worte eng in einem anderen Zusammenhang liegt. Eng sind auch die einst großen Reviere der Schweine geworden, so daß ihnen oftmals nichts anderes übrigbleibt, als die Gärten zu plündern. Aber ich schweife wie immer ab, tsess...

Schweinemist ist, wie schon im vorhergehenden Absatz kurz erwähnt, ein hervorragender Dünger. Schweinemist ist kalt und enthält fast keinen Kalk, dafür jedoch Kali (ohoooo, welch geschickte Führung auf Kali - wer hatte gleich Kali?) und ein bißchen Stickstoff. Sellerie, Lauch und Himbeeren lieben diesen Mist besonders. Ich blättere gerade etwas lustlos in einem Symbollexikon, das mir von einer einstigen Freundin verblieben ist. Mir ist ja kein Weg zu abwegig, um nicht genauestens unter die Lupe genommen zu werden. Und tatsächlich, ich habe etwas über Lauch gefunden (ich sehe sehr erstaunt aus). Ich zitiere: "Lauch Sieg; Schutz gegen Wunden. Sein Geruch wurde, wie beim Knoblauch, als dem Geruch des einschlagenden Blitzes ähnlich interpretiert und deshalb als ein Merkmal des kelt. Gottes Aeddon angesehen. Der Lauch ist ein Attribut des hl. David und das Wahrzeichen von Wales" (aus "Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole" von J.C. Cooper, Drei Lilien Verlag) Nun ja... nicht sehr erschöpfend. Aber wenn ich bedenke, daß der Lauch ein Zwiebelgewächs ist, kann ich doch noch etwas, um das ganze wieder auf das Weibliche zurückzuführen: " Zwiebel Einheit, die Vielen in Einem; der Kosmos; der Urgrund; Unsterblichkeit; Offenbarung durch das Abstreifen der Häute, um zum Zentrum zu gelangen. Unheilabwendend, besonders wirksam gegen verderbenbringende lunare Kräfte" Ihr habt Glück, zu Himbeeren und Sellerie habe ich nichts gefunden... *ggg*
Interessant ist auch, daß sogar ein Gartengerät nach den netten Tierchen benannt wurde. Und zwar handelt es sich um den Sauzahn. Ein sehr praktisches Gerät, welches das Umgraben wegfallen läßt. Es ist ca. 40 - 50 cm lang (läßt sich schwer messen) und gebogen wie ein Sauzahn.

Text von Lupa
Lupa's Höhlen:
Hels Hunde
Bones Ranch