
Baubo auf dem Schwein - spätrömische Statuette, ehemals Berlin
Baubo
Baubo ist eine griechische Göttin. Ihre Schwester ist Iambe, wobei sich die Menschen nicht sicher sind,
ob Iambe nicht sogar mit Baubo identisch ist.
In den meisten Darstellungen besitzt sie weder Kopf, noch Arme und nur andeutungsweise Beine.
Baubos Augen sind ihre Brüste, ihre Vulva der Mund, mit dem sie zweideutige Witze erzählt und lacht.
Ihr Lachen kommt aus dem Bauch, also kein künstliches Lachen, wie wir es gerne hervorbringen, wenn wir uns verstellen.
Es ist ein starkes, vibrierendes Lachen, welches tief aus ihrem Bauch aufsteigt und die Welt zum Erzittern bringt.
Ein befreiendes Lachen und jede/r der dieses Lachen kennt, weiß wovon ich rede.
Dieses Lachen befreit den Körper, reinigt die Seele und hinterher fühlt mensch die Glückshormone förmlich in seinem Körper herumsausen.
Baubo hat nichts Falsches an sich und sie schämt sich keineswegs ihrer Weiblichkeit und zeigt sich so wie sie ist.
Sie macht obszöne Witze und heiterte sogar Demeter wieder auf, als diese um ihre entführte Tochter Persephone trauerte.
Es wird berichtet, daß Baubo, als sie Demeter so niedergeschlagen vorfand, voller Mitgefühl Trost spenden wollte.
Da Demeter keinerlei Anstalten machte, sich trösten zu lassen, hob Baubo listig ihren Rock und ließ ihre Vulva sprechen.
Was sie erzählte, oder was Demeter sah, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen.
Zum einen heißt es, Demeter erblickte im Schoß der Baubo Iakchos, den Sohn der Persephone, was sie erfreute,
zum anderen, daß sie "unanständige" Scherze trieb. Auf jedenfall schaffte Baubo es, Demeter zu zeigen,
was es heißt Freude am Leben zu haben und nach vorne zu blicken, selbst im tiefsten Elend.
In Goethes Faust ist Baubo die Verkörperung der Hexe schlechthin. Sie reitet auf einem Schwein zum Brocken.
Das Schwein verkörpert die Göttin und zwar unter dem Aspekt der fruchtbaren Frau, der Mutter.
Stimme
Die alte Baubo kommt allein;
Sie reitet auf einem Mutterschwein.
Chor
So Ehre denn, wem Ehre gebührt!
Frau Baubo vor! Und angeführt!
Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,
Da folgt der ganze Hexenhauf.
Goethe, Faust I, Walpurgisnacht
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In Ägypten gibt es sie auch. Einige behaupten sogar, daß sie ihren Ursprung dort hat.
Sie soll Isis, als diese um ihren ermordeten Bruder und Gatten Osiris trauerte, ebenfalls wie bei Demeter,
durch zeigen ihrer Vulva, Trost gespendet haben. Ihr Name: Bebt.
In Japan wird sie Ame no Uzume oder Ame nu Uzume genannt. Sie bringt die Sonnengöttin Amaterasu zum lachen,
indem sie sich auf einem Gefäß in Trance tanzt und dabei ihre Brüste und
ihre Vulva entblößt.
© Amarth
April/Mai 2003
Quellen:
- Patricia Monaghan - Lexikon der Göttinnen
- Clarissa Pinkola Estés - Die Wolfsfrau
- Hannelore Gärtner - Kleines Lexikon der griechischen und römischen Mythologie
- Georges Devereux - Baubo. Die mythische Vulva
- Karl Kerényi - Die Mythologie der Griechen