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Mal ein paar Worte zum "Steinkonsum" in westlichen Industriestaaten. Edelsteine und Halbedelsteine und ihre Wirkung sind schwer in Mode. Doch wird dabei oft nicht daran gedacht, woher die Steine stammen, und wie es eigentlich kommt, dass sie hierzulande so gebrauchsfertig als Massenware angeboten werden. Durch den niedrigen Preis vieler Steine ensteht schon so ein Konsumverhalten, das sich fast mit dem Konsum von Verbrauchsgütern vergleichen lässt. Manchmal kommt sogar in Internetforen zu magischen Themen die Frage auf, ob man einen Halbedelstein nachdem er seine rituelle "Aufgabe" erfüllt hat, überhaupt behalten kann oder ob man ihn wegwerfen sollte!
Und in den Fällen, in dem die Halbedelsteine nicht "verbraucht" werden sondern eben "nur" angesammelt und benutzt, ist sehr selten davon die Rede die magische Wirkung "normaler Steine" zu nutzen. Die normalen Steine, also die Kiesel vom Wegrand, finden dann schon eher Anwendung weil sie mal das Element Erde symbolisieren dürfen, oder sie werden mit irgendwas besprochen und weit weg vergraben.
Es ist auch nicht mit Naturverbundenheit und Natur-Spiritualität vereinbar, sich Steine aus umweltschädlichem und menschenfeindlichem Raubbau zu besorgen, und sich keine Gedanken über ihre Herkunft zu machen. Wie kann man einerseits Mutter Erde und die Göttin preisen, andererseits aber zulassen, dass um den eigenen Steinkonsum zu befriedigen ein Steinbruch neben dem nächsten eröffnet wird, Berge zerfurcht und abgetragen, mit giftigen Chemikalien hantiert.. manche Edelsteine werden übrigens auch bestrahlt, mit Gammastrahlen und Neutronen, um deren Farbe besser leuchten zu lassen.
Ich ackere mich durch Internet, und viele Artikel sind nicht so besonders brauchbar. Viel wird nur am Rande erwähnt. Edelsteine, die Warlords in Afrika und Afghanistan finanzieren. Ein Kommuniqué der mexikanischen EZLN, vom Subcommandante Marcos, wo erwähnt wird, dass die mexikanische Regierung in die Region Guerrero einbrechen will um dort Mineralvorkommen auszubeuten, u.A. Amethyst, Calcit, Quarze, Marmor und Flourit.
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Goldgräberstimmung in Madagaskar (Pdf-Format, Aus dem Magazin JUGO der Uni Freiburg) "Die Schürfer verteidigen ihre Grundstücke mit der Pumpgun. In einem Camp hatte ein Patron seine Hütte mit Waffen regelrecht vollgestopft. Er hatte Angst, andere würden kommen und ihm seinen Fund abnehmen." Die Jagd nach den grünen Diamanten Ständig dringt Grundwasser in den Stollen. Der Schwefel im Dynamit macht daraus eine ätzende Säure, die Tag und Nacht von starken Pumpen hinausbefördert wird. Die hochgradig verseuchte Brühe läuft aus den Minen über die Straßen und Felder den Berg hinunter, in die Wälder hinein, wo sie die Bäume und Pflanzen von innen verbrennt. Abgestorbene Vegetation zeigt an, wie weit das Gift kommt, bevor es versickert oder sich ausreichend verdünnt. Auch die Menschen in Carnaiba sind gezeichnet: schwärende Wunden und nässende Ekzeme bei den Kindern, die im Wasser spielen und den Garimpeiros, die darin arbeiten. http://www.greenpeace-magazin.de Diamanten ohne Blut "Es ist doch ein Mehrwert, wenn Schmuck ökologisch hergestellt und fair gehandelt wird. Man müsste dafür einen Markt schaffen." http://www.greenpeace-magazin.de Blutige Diamanten - Regenwald-Report, Pdf-Format. Gefälschte Steine - Was man so als "Heilstein" kauft.. Rekonstruierte Steine müssen deutlich als "rekonstruiert" deklariert werden, außer sie besitzen einen eigenen Handelsnamen. So ist Hämatin der Handelsname für aus Eisenoxid künstlich gesinterten Hämatit und "echt Bernstein" bedeutet irreführenderweise, daß der Stein gefälscht - nämlich aus Bernsteinstaub zusammengeschmolzen ist. http://www.steinheilkunde.de Inatura - Heilsteine Auf der Seite der Inatura findest du etwas über die volksmagische Verwendung "einheimischer" magischer Steine wie Drachen-, Schlangen- und Luchssteine. |
Teller mit Steinen und Murmeln Foto © Distel |
Was also tun? Auf Halbedelsteine und Edelsteine generell verzichten?
Ich habe in der Vergangenheit auch Halbedelsteine gekauft, weil ich sie einfach schön finde und schon immer von ihnen fasziniert war, und weil sie einem allenorts hinterhergeschmissen werden. Viele Gedanken habe ich mir früher nicht dazu gemacht. Seit einer Weile aber kaufe ich keine Steine mehr, wenn ich nicht weiss, wo diese Steine herkommen.
Solche Steine sind ja eigentlich etwas sehr wertvolles. Und wenn es schwierig ist, "unblutige" Steine ohne Naturzerstörung zu besorgen, trägt das doch nur ihrem eigentlichen Wert Rechnung. Ich denke, ein paar Schwierigkeiten auf sich nehmen, um auf fairem Weg an Steine heranzukommen, ist vielleicht sogar magisch gesehen sinnvoll: Dann wird der Stein, den du schliesslich findest, wirklich etwas Besonderes für dich.
Die Möglichkeit, selbst Steine zu finden, und privates Tauschen/Verschenken, zum Beispiel. Das hat auch vom Prozess her eine ganz eigene "Energie". In Granitsteinbrüchen kann man Rauchquarz und andere Quarze finden, z.B. Granat, an der Ostsee vielleicht Bernstein und Luchssteine. (Luchssteine sind die kegelförmigen, versteinerten Belemniten)
Wenn du jemand in den Alpen kennst, oder selber dort wohnst, kannst du Kristalle bei einem "Strahlner" oder einer "Strahlnerin" kaufen, das sind Menschen die Hobbymässig in den Bergen nach Kristallen und Drusen suchen. Die haben (zumindest in der Schweiz) dazu 'ne Lizenz und dürfen die Natur nicht beschädigen, müssen also schonend suchen.
Im Nord- und Ostseeraum und auch in Brandenburg gibt es viel Feuerstein, den gibt's in schwarz, blau, gelb, und sogar (selten) knallrot. Den kannst du bei FreundInnen aus dem Süden gegen Drachensteine und Hexenherzen (versteinerte Muscheln aus dem Kalkjuragebirge) tauschen, falls die ihre nicht lieber behalten, weil die doch etwas seltener wie Feuersteine sind *g*
Ausserdem sind da noch die "normalen" Steine. Wegen einer besonderen Form oder Farbe sind die oft genauso magisch und wurden von der Volksmedizin auch schon immer verwendet, ein Beispiel dafür sind Lochsteine. Ich habe einen Lochstein von der Ostsee, selbst gefunden.
Die oben erwähnten Luchssteine, die Belemniten, sind ein anderes Beispiel. Die findet man wie Sand am Meer. Auch versteinerte Seeigel haben hierzulande magisch Tradition, die wurden Schlangeneier genannt, alle Steine, die bizarr und drachenartig geformt waren, Drachensteine. Steine die eine spiralige Zeichnung haben, nannte man Wirbelsteine.
Und wenn ich wirklich einen grünes durchsichtiges Juwel brauche, oder einen pechschwarzen Stein, tut's auch fast 'ne Glasmurmel, das ist auch nicht viel unnatürlicher als gepresstes und zusammenverschmolzenes getrommeltes Eisenoxid, was sie unter "Hämatit" laufen lassen im Laden. Hm, dieser Schmelzhämatit dürfte ja dann aber politisch korrekt kaufbar sein, ist ja auch nur ein Industrie- Abfallprodukt und von daher wenigstens nicht mit Gift der Natur entrissen.
Das Mindeste ist aber dass man die Steine, die man bisher hat, auch ordentlich würdigt und auf keinen Fall in irgendwelchen Ritualen "verbraucht". Wenn man sich schon Steine kauft, dann sollte man das nicht in einen Konsum ausarten lassen, sich lieber etwas zurückhalten und nur dann kaufen wenn es wirklich "richtig" ist und nicht weil einen die vielen Glitzerdinger so anlachen.



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Distelfliege 18.1.2004
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