
"Wotan ist, nebenbei bemerkt, nicht ganz identisch mit den nordischen Odin. Odin hatte sich aus Wotan entwickelt, als der Kult durch erobernde Stämme nach Skandinavien gebracht wurde, wobei das W verloren ging und der ursprüngliche Gott des Sturmes und der Raserei als patriarchalische Hauptgottheit eingesetzt wurde. Die ältere Version, Wotan, konnte in beiden Geschlechtern erscheinen, wie von Loki in der Lokasenna (Vers 23 - 25) angedeutet wird (...)"
Jan Fries: Helrunar, S. 86
Ja, wenn wir schon mal bei Wotan sind, dann bleiben wir auch gleich da. Mir kam es schon immer komisch vor, dass die Leute sich nicht recht einigen können, ob die wilde Jagd, die nach der hiesigen Mythologie in den "Zeiten zwischen den Zeiten" oder zwischen den Jahren übers Land zieht, von Wotan oder der Percht angeführt wird. Beide werden bei dieser Sache häufig erwähnt. Damit ist nicht gesagt, dass Wotan die Percht ist, aber wenn Wotan schon das Geschlecht ändern konnte, vielleicht könnte es ja 'ne Überlegung wert sein. Es gibt noch eine Verwirrung der Percht mit einer männlichen Gestalt: Irgendwo habe ich mal gelesen, dass in der Figur des "Knecht Ruprecht" auch die Percht steckt. Hergeleitet wohl aus der phonetischen Ähnlichkeit. (Über die man ja streiten kann)
In Norwegen gibt es eine Debatte ob Odin vielleicht auch ein Geschlechtswechsler - zumindest "Teilzeit-DragQueen" war. Es ist ein Buch herausgekommen mit dem Titel (sinngem. im deutschen) "Der schräge Gott" - wobei "schräg" am ehesten "queer" bedeutet, ein deutsches Wort gibt's dafür nicht. (Schräg kann in norwegisch auch links,anders,schwul bedeuten, sagte Kauna im Forum.) Leider kann ich kein Norwegisch und deswegen von dieser Diskussion nicht profitieren, aber ich wollte mal erwähnt haben, dass es sie gibt.
Loki dürfte in der germanischen Mythologie auch so ein Kandidat für Transgender sein..
Eine andere Geschichte ist die Schlange. Die Schlange ist eines der am meisten mythologisch behandelten Tiere, oder Archetypen, na - schon ein(e) Halbgo(e)tt/in, oder eine Gött/in. Gleichermassen lunar und solar, phallisch und weiblich. Hier lang zu meinem Text über die Schlange...
Die vielleicht am meisten erwähnten GöttInnen im Transgender/Transsexuelle-Zusammenhang sind Dionysos und Kybele. Die Riten beider GöttInnen beinhaltete Cross-Dressing, sowie rituelle Kastration auf Seiten der männlichen Teilnehmer. Ich verstehe nicht soooooo ganz, warum so das Gewicht auf der rituellen Kastration liegt. Möglicherweise, weil es eine antike Praxis ist, die irgendeinen Vergleich zur heutigen westlichen Praxis der operativen Geschlechtsumwandlung möglich macht?
Kybele soll manchmal mit einer weiblichen und einer männlichen Hälfte abgebildet worden sein. Das ist der andere Aspekt, der erwähnt wird. Beim Mythologie-Lexikon von Sungaya fand ich dazu folgendes:
"Das doppelgeschlechtliche Wesen Agdistis, ein anderer Name der Kybele, zog rasend über das Land und tötete alles, was ihr begegnete. Die Götter berieten sich, und Dionysos erbot sich, die Agdistis zu besänftigen. Das gelang ihm, indem er einer Quelle Wein entspringen ließ. Als Agdistis davon trank, wurde er/sie berauscht und im Schlaf kastrierte er/sie sich selbst. Aus dem abgetrennten Geschlechtsteil entsproß ein Mandelbaum, von dem die Nana, Tochter des Flusses Sangar, eine Frucht in ihren Busen oder Schoß steckte und davon schwanger wurde. Ihr Kind war der Attis, in den die Agdistis sich verliebte. Attis wollte sich aber mit der Tochter des Königs von Pessinus verheiraten. Eifersüchtig trieb Agdistis ihn dafür in den Wahnsinn und umnachtet kastrierte er sich selbst, wie es seine Vater/Mutter getan hatte."
"Der Attis entspricht im Tempeldienst den Eunuchen der Kybele. Diese kastrierten Priester waren die Galli, an deren Spitze der Archigallus stand. Das Selbstentmannen, das mit verzierten Klemmen vollzogen wurde, war römischen Priestern verboten, weshalb der Kult der Megale meter (griech.) bzw. Magna Mater (lat.Große Mutter) von Nichtrömern geleitet wurde, bis das Verbot von Claudius aufgehoben wurde. Nach ihrer Entmannung trugen die Priester der Kybele bunte weibliche Tracht und Schmuck."
Quelle: Sungaya - das schwarze Netz
Es ist die Frage, ob sich die Priester vollständig entmannten, oder sie sich eher die Hoden abgeschnitten haben. Unklar ist auch wie hoch die Todesrate war.
Die Mythologie bietet eigentlich viele Möglichkeiten, zwei- oder transgeschlechtliche GöttInnen zu finden. Bei den Leuten in westafrikanischen Ländern, zb. den Yoruba, gab es androgyne Orishas, zum Beispiel Obtala bei den Yoruba - Obtala begegnete mir zwar schon als "Er" aber in "Jambalaya" von Luisah Teish steht, Obtala sei weder-noch. (Gar nicht so leicht Geschlechtspronomen in Texten zu vermeiden) Obtala ist eine Himmelsgottheit. Bei den Yoruba ist Gott Fe/Male, und Obtala der androgyne Himmel und Odudua die weibliche Erde, aber die Erde hat auch männliche Anteile.
Der Himmelsgott Obtala - Zweitname: die "Mutter der Schöpfung"
Yemaya-Olokun - Meeresgöttin - Auch "der alte Mann des Meeres"
Na, man sieht, so einfach ist das alles gar nicht, wie unsere Westlichkeit sich träumen lässt. (Frei nach Shakespeare)
Meine Suche zum Thema im Internet und den wenigen Büchern die ich zuhause habe, ergab zuerst mal nicht viel. Der erste wichtige Punkt, den ich oft fand, ist folgender:
Über Schamaninnen, die durch Überschreiten der Geschlechtsgrenze in Richtung Mann ihre schamanische Kraft erweiterten, finde ich überhaupt nichts. Führt dies zurück zum Thema "Unvollständigkeit"?
Transvestismus ist in vielen Teilen der Welt eng mit dem Schamanismus verbunden. Das Kostüm des männlichen Schamanen enthält weibliche Symbole, und bei den Tschuktschen im Nordosten Sibiriens werden einige Schamanen ihren weiblichen Geistern ähnlich, kleiden sich wie Frauen und benutzen eine besondere Sprache, die nur von Frauen gesprochen wird. Dies kann als Eheschluß mit den Geistern betrachtet werden, zeiht jedoch eine wesentlich stärkere Identifikation nach sich. (...) Bei den nordamerikanischen Indianern gibt es eine starke Tradition männlichen Transvestismus, Berdache genannt. (Anm. Distel: Berdache ist ein abwertender Begriff und bedeutet sowas wie männliches Betthäschen) Bei den Navajo ist das Wort dafür nadle, was bedeutet "Jemand, der umgewandelt ist". Wenn Berdachen Schamanen werden, werden sie für außerordentlich mächtig gehalten. Die Mohave glauben, daß weibliche Schamanen mächtiger sind als männliche, Berdachen jedoch mächtiger als alle.
Zitiert aus: Piers Vitebsky: Schamanismus, S. 93
Warum? Wie kann ich innerhalb des schamanischen Weltbildes verstehen, wieso die "Umgewandelten" TrägerInnen grosser Kraft wurden?
Die erste Sache wäre, dass Männer sich weibliche Kräfte aneignen und dadurch eine vollständigere Macht erhalten. Damit meine ich nicht, dass dies schlecht sei oder nicht legitim, ich bin nicht eifersüchtig mit "weiblichen Kräften". Es hört nur an dem Punkt der Spass auf, an dem diese Kräfte bei Frauen als unrein erklärt und diese von Männern ausschliesslich durch Geschlechtswechsel gehandhabt werden. Diese Theorie könnte erklären, warum scheinbar mehr Männer im schamanischen Kontext in Richtung Frau wechseln, als umgekehrt.
Die zweite Sache wär, dass Schamanismus eine Sache der "ExzentrikerInnen" ist, und dass ein Mensch gerade durch das "Herausfallen" aus der Normalität eher von den Geistern erwählt wird - eine Erklärung die paralell geht zur "Hagazussa", der Zaunreiterin die die Welten wechselt, die mit einem Bein immer ausserhalb der zivilisierten Welt steht. Dieser Schritt ist einfacher wenn sie sowieso schon am Rande der Gesellschaft steht und "anders" wie die Anderen ist. Diese Theorie erklärt aber nicht, wieso mehr Männer in Richtung Frau wechseln als umgekehrt. Allerhöchstens kann ich mir vorstellen, dass in Kulturen mit männlicher Dominanz die Frau schon als Frau "am Rande steht" - dadurch dass sie nicht die Norm, sondern das Andere ist. Damit wäre Frauen und homosexuelle Männer und Transvestiten gemeinsam, dass sie alle nicht der "hegemonialen Männlichkeit" entsprechen indem sie entweder gar nicht männlich sind oder eine andere Männlichkeit leben, eine, die nicht die Norm ist.
Zur zweiten Theorie ein Zitat von www.kondor.de
Menschen, die das Talent in großem Umfang besitzen sind meistens exzentrischer Natur. Solange sie nicht schamanisch arbeiten, kann der Eindruck entstehen, sie seien geisteskrank. Der Ruf der Geister erfolgt dann in der schamanischen Initiationskrise. Der werdende Schamane wird schwer krank und ringt mit dem Leben.
(...)
Auch schwere Krankheiten oder ein beinahe tödlicher Unfall können Hinweise auf die schamanische Berufung sein. Andere Zeichen, die auf eine mögliche schamanische Begabung hinweisen können sein: Homosexualität, Transvestitentum, ungewöhnlicher Körperbau, allgemein schlechte Körperabwehr und noch unzählige andere Dinge, die einen Menschen "anders" als die anderen macht.
Zitiert aus: http://www.kondor.de/shaman/schamanismus.html
Schamanen waren und sind nicht mit normalen Moralvorstellungen zu fassen, gerade auch im Bereich der Sexualität. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis Transvestiten, Homosexuelle oder andere (harmlose) Formen nicht mehr als geisteskrank oder sonstwie entartet verurteilt werden. Gerade Schamanen fielen dabei häufig aus dem Rahmen. Die stärksten Schamanen waren homosexuell, Transvestiten oder hatten eine sexuelle Verbindung mit dem einen oder anderen Geist. Dabei ist deutlich zu sehen, daß der Schamane ein Grenzgänger ist.
Zitiert aus: http://www.kondor.de/shaman/krafttier.html
Die dritte Theorie ist ganz im Sinne der heutigen esoterischen Polaritätsmode die, dass jeder Mensch eine weibliche und eine männliche Seite hat, und diese bei Beschäftigung mit den Anderswelten durch Heraustreten aus dem Normalen, durch Inspiration aus der anderen Wirklichkeit entdecken kann. Dazu mal einen Reise-Bericht von einem schamanisch Arbeitenden, der sich auf einer Reise als Frau und als Mann gleichzeitig erlebte:
Nach einer Weile befrage ich das sanfte Schlangenwesen nach der Bedeutung meiner Erlebnisse und sie erklärt folgendes:
"Früher schon habe ich dir dies erklärt, dass nämlich jedes Menschenwesen sowohl männlich wie weiblich ist. Dies ist die ausgewogene Harmonie in der geistigen Welt. Die materielle Welt ist allerdings polar und so hast du dich in einem männlichen Körper inkarniert. (...)
Du hast die Möglichkeit, eine schamanische Reise zu der Frau in dir, und eine Frau kann eine Reise zum Mann in ihr machen. Dies hilft euch, Gedanken und Gefühle zu harmonisieren und ganz zu werden.
Zitiert von: http://www.barlok.ch/dreiwelten/DW/Magazin/Beitraege/sexualitaet.html
Hier glaube ich gibt uns gerade die schamanische Arbeit eine grosse Chance diese Kräfte, weiblich und männlich, erleben zu können. Eines der Themen die ich schon länger verfolge, und nur langsam vorankomme, ist die Sexualität. In verschiedenen Versuchsreihen mit fortgeschrittenen SchamanenInnen besuchten wir mit den Geistern die eigene Sexualität. Interessant dabei: Männer fanden sich manchmal als Frau wieder (auf der Reise notabene :-)..) und Frauen als Männer. Eindrücklich dabei: Männer wie Frauen, die diesen Wechsel in das andere Geschlecht erlebten, änderten im Nachhinein ihre Einstellungen zum anderen Geschlecht grundlegend. Sie erhielten Einblick in die (nicht nur sexuelle!!) Gefühlswelt des anderen Geschlechts, was von uns allen als eine wunderschöne Erfahrung erlebt wurde, und uns das jeweils andere Geschlecht mit ganz neuen Augen betrachten liess.
Zitat Yamalaii von: http://f25.parsimony.net/forum62713/messages/18383.htm
Die Polaritätstheorie erklärt aber wiederum nicht, wieso jemand sein vermeintliches Geschlecht verlässt und ein Nadle oder Winkte wird. Ein bissel Harmonie und Jonglieren mit der Zweigeschlechtlichkeit ist das halt..
Ich habe zu dem Thema mal bei Apu Kuntur im Forum nachgefragt, und er wusste jetzt auch nicht aus'm Stand eine Quelle über Frauen die die Geschlechtsgrenze überschreiten im Zusammenhang mit Schamanismus. Vielleicht ist das aber auch nur die berühmte ethnologische Blindheit, eben dass Ethnologen meist nur Zugang zu männlichen Informanten bekamen und daher annahmen, was sie von diesen erfuhren sei schon die ganze zu erforschende Kultur, wobei die Welt der Frauen dann mal locker unter den Tisch fiel.
Ergänzend muss ich natürlich sagen, dass nicht alle Trans-Menschen automatisch SchamanInnen werden oder schamanisch begabt sind. Nur, dass wenn sie schamanisch arbeiten, dass ihnen dann eine ganz besondere Kraft zugesprochen wird.
Vielleicht ist es einfach die Kraft der Überschreitung schlechthin. Die Kraft des "Gemischt-Seins" - hm, also Tiermensch, Mannfrau, Fraumann, GeistMensch, MenschGeistTier..
Das wär dann auch nochmal zu differenzieren.. also Trans-Gender im Sinne von "Losgehen und auf einem Weder-Noch-Standpunkt ankommen" und Geschlecht wechseln im Sinne von "Bei A losgehen und bei B ankommen".
Die Nadle zb. wären Menschen die bei A Losgehen und bei Weder-Noch ankommen, sie waren mal A und werden nicht B, sondern eben Nadle. In der Wessi-Zivilisation kann mensch sich das schwer vorstellen, ein drittes existierendes Geschlecht zu haben. Aber es kann halt sein, dass wenn ein drittes Geschlecht existiert, dieses dann genauso kulturellen Zuschreibungen unterliegt wie die beiden, die wir hier kennen. So wird Frauen zb eine grössere Intuition zugeschrieben, Männern eine grössere Triebhaftigkeit, etc. Mangels besserer Infos begnüge ich mich also erstmal damit, dass ich annehme, dem dritten Geschlecht wird dann halt ein grosses schamanisches Potential zugeschrieben, so dass ein Nadle, der/die SchamanIn wird, daraus schöpfen kann.
Zugegeben: Dieses Fazit ist halt auch höchst unbefriedigend, es sagt ja nix weiter aus wie: Die Leut nehmen das einfach an, dass die Nadle so und so sind. Ob das stimmt? Das ist genauso unwahrscheinlich wie die grössere Intuition der Frauen und die grössere Triebhaftigkeit von Männern.
Das Interessante daran ist eben, dass ich ja im bisherigen Text angedeutet habe, dass es in anderen Kulturen mehr gibt als Mann und Frau, und diese Kulturen haben dann wohl auch ein Rollenbild für das dritte Geschlecht erfunden. Und in diesem Rollenbild kommt eben vor, dass diejenigen, die SchamanInnen werden, ausserordentliche Kraft erlangen können. Also wäre SchamanIn in diesen Gesellschaften ein "Nadle-Beruf" so wie zb Maurer bei uns ein Männerberuf ist, obwohl nicht jeder Mann Maurer wird und obwohl es auch Maurerinnen gibt *g*
Um jetzt aber zu sagen, was SchamanIn sein zum Nadle-Beruf macht, müsste man sich das von Leuten erzählen lassen, die der Kultur selber entstammen. Die werden schon ihre Mythen und Erzählungen haben, wieso sie sich die Welt so gemacht haben. Am Beispiel der Nadle habe ich ein klein wenig darüber gefunden:
Walter Williams sagt: "Schamanen sind nicht unbedingt Berdachen, aber aufgrund ihrer besonderen Verbindung zum Spirituellen hält man sie für mächtige Schamanen." Er fährt fort, dass die Navaho Nadle besondere Gesänge zur Heilung psychischer und körperlicher Krankheiten hatten, sowie für leichtere Geburt. Den Winkte der Lakota wurden, zusätzlich zu Medizin zur Geburtshilfe, Kräfte für Liebeszauber zugeschrieben. (...)
Die Navaho-Nadle wurden als extrem glückbringend betrachtet, besonders in finanziellen Dingen. "Weil die Nadle seit Anbeginn der Zeit die Macht über Wohlstand verliehen bekommen hatten, so glaubt man, wird eine Familie mit einem Nadle für besonders beglückt gehalten; Erfolg und Wohlstand sind ihr sicher." (Midnight Sun 41) (...)
Im Stamm der Lakota war es oft die Verantwortung und das Privileg der Winkte, den Kindern die "Geheimnamen" zu geben: "Die Sioux hatten einen alten Brauch, sich geheime Namen zu geben, die keinem enthüllt wurden. Nur VerleiherIn und TrägerIn des Namens kannten ihn. Der Name der von einem Winkte verliehen wurde, galt als eine Art Glückstalisman. Sitting Bull, Black Elk und der berühmte Crazy Horse waren Träger dieser geheimen Winkte-Namen." (Kenny 30).
Quelle: http://www.moondance.org/1997/summer97/nonfiction/berdache.htm
Ah, aber hier steht, dass auch Frauen Nadle werden konnten:
Among the Navajo,
weavers are normally female,
and chanters (hatali) are
normally male. Hosteen Klah
was both a weaver and a
chanter. This was possible
because of his particular
gender status. Klah was a
nadle (meaning "one who is transformed" or "one who
changes"). A nadle could be
born male, female, or
intersexed (hermaphrodite).
http://www.ohiou.edu/museum/hostsp.htm
Nadles figure prominently in Navajo
Creation and Emergence Myths.
Such characters are possessed of
both male and female qualities and
fluctuating, indeterminate gender.
Begochídíín, the pansexual trickster
of Navajo mythology, was the first
nadle. Variously interpreted as either
simultaneously combining or
alternating between male and female,
Begochídíín embodies an ideal of
self-sufficient, autonomous being.
http://www.ohiou.edu/museum/hostnad.htm
Ich denke es ist kaum möglich, den TransGender-Leuten quasi ontologisch und kulturübergreifend bestimmte schamanischen Kräfte zuzuordnen. Gerade mit meiner kulturellen Herkunft dürfte es mir denkbar schwerfallen, spirituelle Zuordnungen zu etwas zu finden, was es in meiner Kultur gar nicht gibt. Gerade seit den 90er Jahren und der öffentlichen Sichtbarwerdung von Intersexuellen und Leuten "unseres" dritten Geschlechts wird's immer wahrscheinlicher, dass es auch hier irgendwann ein drittes Geschlecht geben wird. Wer weiss, wie wir das dann in unsere Kultur einbauen ;-)